Polytechnische Gesellschaft Nürnberg e.V.
Geschäftsstelle Nürnberg
90403 Nürnberg . Burgstrasse 8
 
Geschäftsstelle Roth
91186 Büchenbach
Flurstraße 24

 
   
 

Geschichtlicher Ursprung der PGN Geschäftsstelle Roth
 

  Die PGN - Roth wurde am 01.03.1953 als Zweigstelle der PGN Nürnberg mit Unterstützung der heimischen Industrie und der Industrie und Handelskammer Nürnberg gegründet. Die PGN in Nürnberg wurde bereits 1911 gegründet und blickt somit auf eine 90-jährige Erfahrung in der Fort- und Weiterbildung zurück.
 
(Auszug aus der Vereinssatzung , §1, Abs. 1 und 2)
 
Die PGN ist eine unpolitische Interessengemeinschaft zur Verbreitung der Technik und deren Hilfswissenschaften, deren Fortschritte und Errungenschaften. Sie will mitarbeiten an der Hebung des technischen Wissens und der Förderung fachtechnischer Ausbildung.
 
In der Zeit nach dem Kriegsende wurde Deutschland geteilt und ein gewaltiger Menschenstrom, der seine Heimat unfreiwillig verlassen musste, bewegte sich nach dem Westen Deutschlands. Es waren ungeheure Aufbauarbeiten zu leisten und der Ruf nach qualifizierten Fachkräften der mittleren Führungsebene seitens der Industrie ertönte immer nachhaltiger. Bei uns in Roth waren die Voraussetzungen gleichartig.
 
Einer der Pioniere, die sich für die schulische Weiterbildung in Roth engagierten, war Herr Heinrich Nützel, heutiges Ehrenmitglied des Vereins. Damals war er Mitarbeiter der „Leonischen Drahtwerke“ und knüpfte bereits im Herbst 1951 erste Kontakte zu Herrn Oberingenieur Bauer von der IHK Nürnberg und zu Herrn Direktor Schwarz, Schulleiter der Verbandsberufsschule Roth. Ein Jahr später, am 23. April 1952 baten 21 Schüler der Metallklassen den Direktor der Verbandsberufsschule schriftlich, eine Förderklasse zur beruflichen Weiterbildung in Roth einzurichten. Nach Absprache mit seinem Kollegium verwies Herr Direktor Schwarz, der damalige Leiter der Berufsschule Roth, die Bittsteller an berufsfördernde Einrichtungen der Stadt Nürnberg. Damit waren diese Bildungswilligen um eine Hoffnung ärmer.
 
Bedingt durch die Nachkriegsjahre und die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse nach der Währungsreform war für die meisten Bildungswilligen die räumliche Entfernung unüberwindbar. Das eigene Verkehrsmittel als Voraussetzung für die Teilnahme an berufsbegleitenden schulischen Maßnahmen in Nürnberg war für viele eine Illusion. Manchen fehlte selbst das Geld für eine Bahnfahrt.
 
Erfreulicherweise zeigte sich Herr Obering. Bauer von der IHK Nürnberg verständnisvoll und setzte sich mit dem damaligen 1. Vorsitzenden der Polytechnischen Gesellschaft Nürnberg, Herrn Dr. Bitter, in Verbindung.
 
In Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer, Herrn Obering. Bauer, der Polytechnischen Gesellschaft Nürnberg, Herrn Dr. Bitter und dem Unternehmer Ing. Walter Speck wurde nach intensiven Verhandlungen am 1. März 1952 eine Zweigstelle der Nürnberger Abendschule in Roth ins Leben gerufen. Die Errichtung der Schule war somit gesichert.
 
Zentrale Schlüsselfigur und Helfer in der Not für die Gründung unserer PGN in Roth war Herr Ingenieur Walter Speck, der bereits seit 8. April 1922 Mitglied der Polytechnischen Gesellschaft Nürnberg e. V. war und zur damaligen Zeit als stellvertretender Vorsitzender in Nürnberg fungierte. Die Industrie und Handelskammer Nürnberg stand von Anfang an helfend zur Seite.
 
Es blieb die Frage nach den Schulungsräumen.
 
Der damalige Bürgermeister der Stadt Roth, Herr Heinrich Pürner, entschied als Vorsitzender des Berufsschulverbandes, dass die neue Techniker- und Industriemeisterschule die Räume der Berufsschule benutzen durfte.
 
Als weitere Hürde musste noch die Dozentenfrage geklärt werden. Lobend ist hier die heimische Industrie zu erwähnen. Sie stellte erfahrene Spitzenkräfte zur Verfügung:
 
        • Betriebsleiter Heyder –  Leonische Drahtwerke
        • Ing. Hick –  Leonische Drahtwerke
        • Ing. Billmaier –  Leonische Drahtwerke
        • Obering. Graf –  Bayka AG
        • Ing. Dreger –  Zink AG
        • Dir. Schwarz  – Verbandsberufsschule
        • Ing. John –  Verbandsberufsschule
 
Nach umfangreichen Vorbereitungen und der Ausarbeitung eines fünfsemestrigen  Ausbildungsplanes begann der erste Lehrgang am 3. März 1953 mit 55 Teilnehmern. Damals wie heute gab es keine Studienförderung, d. h. alle Kosten mussten selbst getragen werden.
 
Somit war eine schulische Einrichtung, die bereits am 12. Mai 1912 durch Regierungsentschließung für Nürnberg genehmigt und nach dem 2. Weltkrieg am 22. Oktober 1952 von der Regierung in Ansbach erneut bestätigt wurde, als Zweigstelle in Roth ins Leben gerufen worden. Nach der Gründung der Technikerschule ergab sich die Notwendigkeit, Studierende und Absolventen der Schule künftig zu betreuen. Daher wurde am 12. September eine Zweigstelle der Polytechnischen Gesellschaft Nürnberg e. V. in Roth gegründet. Bei der Gründungsversammlung wurde Herr Ing. Walter Speck aus Roth zum 1.Vorsitzenden der Zweigstelle einstimmig gewählt. Herr Ing. Adolph John wurde als stellvertretender Vorsitzender in Roth gewählt und mit der Leitung der Fachschule betraut. In der Zwischenzeit ist auch die Zweigstelle in Roth erheblich gewachsen. Sie wurde zur Geschäftsstelle ernannt und zählt heute ca. 1000 Mitglieder.
 
  Die Polytechnische Gesellschaft Nürnberg wurde 1953 in Roth gegründet.
Fünf Jahrzehnte ein Garant für kompetente Ausbildung, Träger der Fachschule für Maschinenbau in Roth - „Standortfaktor" -
Qualifikation für mittleres Management in Betrieben der Region
 
 

ROTH (mau) - Die Aula der staatlichen Berufsschule in Roth bot den passenden festlichen Rahmen für das Jubiläum der Geschäftstelle Roth der Polytechnischen Gesellschaft Nürnberg, PGN. Die PGN in Roth wurde 1953 gegründet und feiert somit heuer ihr 50-jähriges Bestehen. Die PGN Roth ist Träger der Fachschule für Maschinenbau in Roth und bildet in Abendschule staatlich geprüfte Maschinen–Bautechniker und Industriemeister aus.
 
„Polytechnik" kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie die „Kunde vieler Künste". Gemeint ist also die Vielseitigkeit technischer Fähigkeiten.
 
Obwohl die Aula der Berufsschule bei der Jubiläumsfeier gut besucht war und zahlreiche Ehrengäste anwesend waren, bedauerte Werner Häckler, Geschäftsführer der PGN Roth, das geringe Interesse seitens der regionalen Industrie für dieses Jubiläum. „Obwohl 80 Einladungen an regionale Industriebetriebe ergingen, konnten wir weniger als ein Drittel davon heute begrüßen", so Werner Häckler.
 
In seiner Festansprache stellte der Schwabacher Harald R. Schmauser, Vizepräsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken, heraus, dass es die Hauptaufgabe sei, sowohl die Wirtschaft in der Region als auch den technischen Nachwuchs durch Qualifizierung zu fördern. Dabei sei die Fachschule in Roth die einzige ihrer Art im südlichen Mittelfranken und sorge so für die ortnahe Aus- und Weiterbildung der Arbeitnehmer in der Region.
 
Auch Peter Grimm, Stellvertretender Bürgermeister von Roth, stellte die Bedeutung dieser Einrichtung heraus: „Die Fachschule ist ein Standortfaktor nicht nur für die Stadt Roth, sondern und auch für den ganzen Landkreis."
 
2.800 Kursteilnehmer
Diplom-Ingenieur Eugen Schlötzer, Vorsitzender der PGN Roth, gab einen historischen Rückblick auf die Anfänge der Industrialisierung und den damit verbundenen Bedarf an spezialisierten Fachkräften. „Der erste Kurs der PGN in Nürnberg war ein Kurs im Lesen von technischen Zeichnungen", so Eugen Schlötzer. Die Ausbildung an der Fachschule biete einen eindeutigen Karrierevorteil. Mittlerweile hätten etwa 2800 Teilnehmer die Ausbildung absolviert und sich so für das mittlere Management in Betrieben in der Region qualifiziert.
 
Auch Karl Freller (CSU), Staatssekretär für Unterricht und Kultus aus Schwabach, beglückwünschte die PGN: „Mit 50 ist man im besten Alter und die Aussichten für die nächsten 50 Jahre sind auch gut." Denn die Eliteförderung im Bereich der beruflichen Bildung erfülle in einer modernen Industrielandschaft volkswirtschaftliche Aufgaben. Die Gesellschaft ändere sich, und so bekämen auch alte Sprichwörter eine neue Bedeutung. „Was Hänschen nicht lernt, muss Hans lernen", so Karl Freller. Nicht weil Hänschen als Kind etwas verpasst hätte, sondern weil die technische Entwicklung so schnell voranschreite, dass es das früher einfach nicht zu lernen gab. „Wenn Bayern seine Techniker und Meister nicht hätte, wäre es schlecht um die Wirtschaft bestellt", betonte Karl Freller und fügte hinzu, Industriemeister und Techniker seien von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung für Wachstum und Beschäftigung.
 
„Chance zur Fortbildung"
Auch Landrat Herbert Eckstein betonte in seiner Abschlussrede als Schirmherr die Bedeutung des „Rohstoffes Geist" und appellierte an die Betriebe, diese Fortbildungsmöglichkeit zu nutzen. „Der Betrieb, der keine qualifizierten Mitarbeiter hat, wird auch kein innovatives Produkt auf dem Markt platzieren können." Herbert Eckstein lobte besonders die erfolgreiche Verzahnung zwischen der Berufsschule und der Fachschule.
Eine klassische Streichersonate von Alexander IIg umrahmte die Feier, und eine besondere Ehrung erfuhren die „Männer der ersten Stunde". Für ihre 50-jährige Mitgliedschaft in der PGN Roth wurden Konrad Lehner, Ernst Scharrer, Georg Vogel, Ludwig Berg–Bauer und Ludwig Breindl mit der Ehrenurkunde, einem Bild und einer Ausgabe des Buches „Roth im Wandel der Zeit" von Ernst Rossmeissl geehrt.
  

 


Auszug aus dem Schwabacher Tagblatt vom 9.4.2003
 

 


Unsere Ehrenmitglieder der PGN Geschäftsstelle Roth:
Herbert Wojatschek, Hans Rösch, Hermann Bieber, Eduard Zech v.l.n.r.
  

   
   
   
   
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